Ich habe alles mit mir selbst ausgemacht und dachte, das sei Stärke

Ich habe alles mit mir selbst ausgemacht und dachte, das sei Stärke

27. April, 2026

Ich habe lange geglaubt, unabhängig zu sein sei meine größte Stärke

Lange habe ich gedacht, unabhängig von anderen Menschen zu sein und niemanden zu brauchen, sei Stärke.

Ich habe Konflikte mit mir selbst ausgemacht, Pläne allein geschmiedet, bin alleine verreist, um meine Batterien aufzutanken. Nur so fühlte ich mich frei. Nur so konnte ich wirklich entspannen.

Es fühlte sich nach purer Freiheit an.

Rückblickend sehe ich etwas anderes

Im Nachhinein erkenne ich erst, wie oft ich mich eigentlich einsam und allein gefühlt habe.Damals hätte ich das nie so wahrnehmen oder zulassen können.

Warum?

Weil ich Bindung damals als einengend erlebt habe.

Ich konnte mich in Nähe nicht frei entfalten, nicht ausdrücken, nicht einfach ich sein. Ich musste immer Distanz herstellen, um wieder aufatmen zu können.

Dahinter steckt ein Bindungstrauma

Heute sehe ich klar: Dahinter steckte ein Bindungstrauma.

Als ich selbst im Coaching war, hat das niemand so benannt. Wir haben an meiner Vergangenheit gearbeitet, an meinen Glaubenssätzen, an meiner inneren Ausrichtung. Das hat mir enorm geholfen.

Aber erst als ich später selbst in die Bindungstrauma-Thematik eingetaucht bin, habe ich mich wirklich verstanden.

Der Autonomietyp in mir

Ich bin ein Autonomietyp. Ich kann sehr gut Energie auftanken, wenn ich in der Ruhe bin, alleine, in der Natur. Für mich war es lange eine grosse Hürde, mich auf Beziehungen einzulassen. Ich hatte Angst davor.

Meine innere Vorstellung von Bindung war gleichbedeutend mit Gefängnis.

Ich fühlte mich schnell eingesperrt und unfrei. Ich hatte das Gefühl, ich müsse mich ständig anpassen, müsse tun, was das Gegenüber von mir erwartet – und mein eigenes, freies Leben würde dabei verschwinden.

Diese Dynamik zeigte sich auch in meiner Beziehung

Genau so habe ich auch die ersten Wochen meiner heutigen Beziehung erlebt.

Ich fühlte mich innerlich gefangen, obwohl ich physisch vollkommen frei war.

Ich konnte es damals Stück für Stück benennen und begann, mit meinem System zu arbeiten. Ich sagte mir innerlich: Du kannst jederzeit gehen. Du kannst reisen. Du kannst tun, was du willst. Du bist nicht gefangen.

Es brauchte Zeit.

Aber mein System lernte Schritt für Schritt, dass ich in Beziehung ich selbst bleiben darf – mit meinen Gedanken, Gefühlen, Bedürfnissen und Vorstellungen.

Und dass ich das alles ausdrücken darf, ohne die Beziehung zu gefährden.

Warum Rückzug so logisch erschien

Sich komplett von Menschen abzutrennen, weil nur so Sicherheit möglich war, ist nicht gesund – auch wenn es sich damals so angefühlt hat.

Es macht einsam und traurig. Denn wir sind soziale Wesen mit einem Bindungsbedürfnis. Wir sehnen uns alle nach Verbindung und Austausch.

Bei mir war dieses Bedürfnis lange tief vergraben – als eine Form von Selbstschutz.

Durch meine Internatserfahrung habe ich früh gelernt: Da ist niemand, der wirklich bleibt. Ich muss alles mit mir selbst ausmachen.

Irgendwann wusste ich nicht einmal mehr bewusst, dass ich mich eigentlich nach Verbindung sehne.

Beziehungen waren so stark mit Schmerz verknüpft, dass mein System entschieden hat: Es ist sicherer, sich gar nicht mehr darauf einzulassen.

Der Wendepunkt

Mein damaliger Nervenzusammenbruch hat vieles verändert. Ich habe gespürt: So geht es nicht weiter.

Das war der Moment, in dem ich begann, meinen Weg bewusst zu gehen.

Ich bin tiefer eingetaucht, habe meine Prägungen verstanden, habe Zusammenhänge erkannt – bis ich im Bindungstrauma und später auch in der Spiritualität Antworten gefunden habe.

Und Sinn.

Heute

Heute habe ich immer noch Gedanken wie:
„Ich muss das jetzt allein machen, sonst macht es niemand.“

Als wäre niemand anderes da – was objektiv nicht stimmt. Aber ich kann das heute beobachten, ohne es sofort für Wahrheit zu halten. Das ist der Unterschied.

Heilung für Autonomietypen

Für Autonomietypen wie mich bedeutet Traumaheilung nicht, plötzlich abhängig zu werden.

Es bedeutet, sich Schritt für Schritt auf Bindung einzulassen.

Und zu erleben:

Heute darf ich ich sein – auch in Beziehung.
Heute darf ich mich frei entfalten – innerhalb von Bindung.
Heute ist Nähe kein Gefängnis mehr, sondern ein Raum, in dem ich mich selbst nicht verliere.

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