Kennst du das? Du bist mit jemandem im Kontakt, der dir eigentlich wohlgesinnt ist. Nichts Bedrohliches passiert. Und trotzdem ist da dieser Gedanke: Gleich lehnt er mich ab. Gleich zieht sie sich zurück. Gleich reagiert er genervt.
Dieser Gedanke fühlt sich an wie eine Wahrnehmung der Situation. Ist er aber nicht. Er ist eine Projektion.
Der Kopf legt eine alte Geschichte über die jetzige Situation
Wenn Ablehnung in deiner Geschichte vorgekommen ist, hat dein Kopf daraus einen Gedanken gemacht: “Ich werde abgelehnt.” Dieser Gedanke taucht jetzt auf, in einer Situation, die damit oft gar nichts zu tun hat. Und weil der Gedanke so vertraut ist, wird er nicht als Gedanke erkannt, sondern für die Realität gehalten.
Das eigentliche Problem ist damit gar nicht die Ablehnung selbst. Das Problem ist, dass du die jetzige Situation dadurch gar nicht wahrnimmst, wie sie wirklich ist. Der Gedanke schiebt sich davor.
Was hilft: ehrlich mitteilen, statt dem Gedanken zu glauben
Sobald dir dieser Gedanke bewusst wird, gibt es einen einfachen Weg: ihn aussprechen. Nicht als Vorwurf, sondern als das, was er ist – ein Gedanke, der gerade in dir aufgetaucht ist. Und dann direkt nachfragen: “Hast du vor, mich abzulehnen?”
Diese Frage bringt dich zurück in den Kontakt mit der jetzigen Person, statt mit deiner Vorstellung von ihr.
Ein paar Fragen, die es lohnt sich selbst zu stellen
Wenn die Angst vor Ablehnung auftaucht, kannst du dir einige Fragen stellen, die den Gedanken durchleuchten, statt ihn einfach zu glauben:
Was genau sollte dein Gegenüber überhaupt an dir ablehnen? Und warum sollte das ein Problem sein?
Was heisst “Ablehnung” eigentlich konkret? Wenn jemand sagt: “Das gefällt mir nicht” oder “Das mag ich nicht” – ist das schon ein Angriff? Oder ist es einfach eine ehrliche Aussage über das, was in diesem Moment in ihm vorgeht?
Was stellst du dir vor, macht dein Gegenüber, nachdem er das ausgesprochen hat? Geht er auf Distanz? Zieht er sich zurück? Und ist genau das die eigentliche Angst dahinter – die Angst, verlassen zu werden?
Und dann kannst du nachfragen, ganz direkt: Geht dein Gegenüber tatsächlich auf Distanz, wenn ihm etwas an dir nicht gefällt? Oder ist das nur eine Annahme, die du mitbringst?
Welches Gefühl löst es in dir aus?
Es lohnt sich, noch eine Ebene tiefer zu schauen: Welches Gefühl kommt in dir hoch, wenn du dich abgelehnt fühlst? Vielleicht ist es ganz einfach: “Ich fühle mich abgelehnt.” Vielleicht ist es auch ein Gefühl von Unsicherheit, oder das Gefühl, falsch zu sein, so wie du bist.
Bisher hast du vielleicht viel Energie darauf verwendet, genau dieses Gefühl zu vermeiden – alles zu tun, damit es gar nicht erst entsteht. Doch darum geht es gar nicht mehr. Es geht darum, dieses Gefühl mitzuteilen, wenn es da ist, direkt im Kontakt.
Das fühlt sich in dem Moment unangenehm an. Aber es bleibt dadurch nicht mehr in dir stecken. Und genau das führt zu echtem Kontakt – und schlussendlich zur Entspannung.
Zurück im Jetzt
Diese Fragen lösen nichts durch Nachdenken auf. Sie führen dich zurück zu dem, was jetzt tatsächlich da ist – und weg von der Geschichte, die der Kopf darüber erzählt. Genau darin liegt die Auflösung: nicht in einer Technik, sondern im ehrlichen, direkten Kontakt mit dem, was gerade wirklich geschieht.
Wenn du merkst, dass du im Kontakt oft mit alten Gedanken statt mit der jetzigen Person bist, kannst du dir hier ein unverbindliches Erstgespräch buchen.

